Können die Zinsen noch weiter sinken?

Wer sich mit Geldanlagen beschäftigt, wird heute nicht sehr froh, wenn er die Zinsen auf dem Tagesgeld- oder Festgeldkonto betrachtet. Ausgesprochen mickrig in den meisten Fällen, und nur wenn man beim Tagesgeld ein Schnäppchen findet, liegt man über der Inflationsrate. Und mit dem Zinsrechner Festgeld findet man auch nur Besseres, wenn man die langen Laufzeiten wählt.

Dieses Zinsniveau besteht nun schon eine geraume Zeit. Wenn die Zinsen nicht nach oben gehen – können sie dann etwa noch weiter nach unten gehen?

Theoretisch können die Zinsen schon noch weiter sinken. Es gab schon Zeiten, da wurde für eine Geldanlage überhaupt kein Zins gezahlt. Zwar nicht in Deutschland, aber in Japan. Und die Schweiz ist sogar einmal so weit gegangen, für die Geldanlage Zinsen zu verlangen. Zwar nur ein halbes Prozent, aber trotzdem gab es Leute, die dieses Angebot als vorteilhaft angesehen haben.

Glücklicherweise besteht zwischen Theorie und Praxis auch bei der Geldanlage ein Unterschied. Der Null- oder Negativzins kann natürlich nur dort seinen Sinn machen, wo andere Kriterien eine größere Rolle spielen. Im Falle der Schweiz war das die Überlegung, dass der Schweizer Franken als besonders sichere und stabile Währung galt. Wenn man heute Dollars in Schweizer Franken umtauscht und nach kurzer Zeit beim Rücktausch zwei Prozent verdient hat, dann kann man gerne einen Negativzins in Kauf nehmen. Solche extremen Situationen spielen bei der Geldanlage aber nur selten eine Rolle.

Es bleibt dabei: die Geldanlage auf Tagesgeld- oder Festgeldkonto wird nicht mit guten Zinsen belohnt. Doch gibt es nur wenige Alternativen, wenn man im kurzfristigen Bereich bleiben möchte. Alle Angebote, die Transaktionskosten erfordern, scheiden aus. Es würde viel zu lange dauern, diese Kosten wieder hereinzuholen. Und dann ist man erst bei Null und noch nicht in der Gewinnzone.

Der Zinsvergleich für Festgeld wird deshalb weiterhin wichtig bleiben. Nur wer sich um die optimale Rendite kümmert, wird auch belohnt. Auch das Festgeldkonto will beobachtet werden. Einfach verlängern ist nur dann sinnvoll, wenn sich die Zinssituation – oder sollte man besser der Markt sagen – nicht geändert hat. Dann wird der Zinsrechner Festgeld kein neues Angebot präsentieren können, und man kann es bei der bisherigen Geldanlage belassen.

Geldanlagen im Ausland sind auch nur bedingt ein Ausweg, wenn man in fremden Währungen anlegt. Zwar kann es dort höhere Zinsen geben. Doch kann der Mehrverdienst von den Wechselkursschwankungen wieder aufgefressen werden. Auch da kann dann gelten: außer Spesen nichts gewesen …

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